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Abschlussbericht von Sophia Fehrenbacher PDF Drucken E-Mail

(Freiwillige von August 2011 – Juli 2012)

ausflug2-FehrenbacherVor so ziemlich genau einem Jahr gings auf in die weite Welt, nämlich nach Thailand; nun bin ich wieder hier in Deutschland angekommen und es fühlt sich so an, als ob ich nie von zu Hause weggewesen wäre. Fast alles ist hier beim Alten geblieben. Da kommt mir das vergangene Jahr beinahe vor wie Erinnerungen an einen Traum, an den ich jedoch sehr gerne zurückdenke.

Aller Anfang ist schwer: das traf natürlich auch auf die ersten Wochen in Thailand zu. Alles war doch sehr ungewohnt: das fing schon beim (scharfen) Essen an, ging über die ziemlich gewöhnungsbedürftige Fahrweise der Thais, bis hin zum heißen und drückenden Klima dort.

Auch die ersten Tage an meinem zukünftigen Arbeitsplatz, einer kleinen Grundschule im Umland von Chiang Mai, waren aufregend: da waren zum Beispiel die vielen Gesichter der Kinder, die mir alle schrecklich ähnlich vorkamen, hinzu kamen noch ihre Namen, die ich schon wieder nach zwei Sekunden unwiderrufbar vergessen hatte und natürlich ein ganz neues Tätigkeitsfeld für mich: bisher drückte ich genauso wie die Kinder die Schulbank; doch nun musste ich vorne an der Tafel stehen und mich als Englischlehrer versuchen.

Doch nach einigen Wochen Unterrichtserfahrung fiel die Lehrerrolle nicht mehr allzu schwer, da ich nun einigermaßen wusste, wie die Kids die neuen Wörter und Grammatikstrukturen am ehesten aufnehmen können. So durfte es nie an Spiel und Spaß fehlen: denn zwei Dinge taten wirklich alle Kinder gerne: malen, basteln und natürlich „ play a game“.

ausflug1-FehrenbacherWenn man damit einmal angefangen hatte, konnte man ihren eindringlichen Bitten und Aufforderungen nicht mehr entkommen. Aber damit wurde der Unterricht schön aufgelockert und die Kinder konnten dabei leicht lernen, auch die ganz Kleinen, denen es doch noch sehr schwer viel, sich einigermaßen zu konzentrieren.

Was mich bis zum Ende meines Dienstes immer wieder überrascht hat, war die Handfertigkeit der meisten Kinder im Künstlerischen Bereich. Schon die Kleinsten konnten super zeichnen und ausmalen und schöne Dinge aus den verschiedensten Materialien basteln, wie kleine Boote aus Blättern und Blüten oder Xylophone aus Getränkedosen.

Nach einigen Wochen kannte ich die meisten Kinder aber schon recht gut; eben weil ich sie nun öfters die Woche unterrichtete, auf dem Schulhof traf oder sie auf Ausflügen begleiten durfte. Da gings beispielsweise zu heißen Quellen, wo die Kids baden konnten, in Geschichts-Museen und viele Male in Tempel, die sich nahe der Schule befinden. Dorthin sind alle in einer Fahrradkolonne gelangt, anschließend quetschten sich alle in den Tempel, hielten ihre Blümchen und Räucherstäbchen bereit, dann wurde den Mönchen, manchmal mehr, manchmal weniger zugehört.

So war es ganz interessant und witzig zu sehen, wie jedes einzelne Kind seine ganz eigene Art besitzt: da gab es natürlich die Klassenclowns und die „Gesetzesbrecher“, deren Namen ich selbstverständlich zuerst lernte, die Bestimmer, die Ruhigen, die Fürsorglichen, die Fleißigen, die weniger Fleißigen, die Schüchternen, die Schnell-Lerner, die Ernsteren,

die Ungeduldigeren, usw. Ich hatte auch öfters bei Schulfesten die Möglichkeit, die Eltern zu sehen, aber auch das zu Hause der Kinder, das sich bei vielen als kleine Hütte oder einem einzigen kleinen Raum für eine ganze Familie entpuppte.  

kinder2-FehrenbacherAuch die Heiterkeit an meinem Arbeitsblatz war anfangs sehr ungewohnt.

Diese traf nicht nur auf die aufgedrehten Kinder zu, sondern auch auf die Lehrer, und ich denke sie lässt sich auch auf die Allgemeinheit der Thais übertragen.

Diese gute Laune enpuppte sich besonders beim gemeinsamen Mittagessen in der Kantine: bei diesem „Ritual“ wird bei einer Vielfalt von leckeren Reisbeilagen lautstark gegackert und gelacht und dann noch ein Nachttisch aus der Handtasche gezaubert. Dabei wird dann auch immer darauf bestanden, dass der anwesende Gast auch wirklich alles probiert, egal ob es sich um Gemüsesuppe oder Ameiseneier handelt, denn die Thais sind wirkliche Schlemmer und finden so vieles „aroi, aroi“ (sehr, sehr lecker)!

Die Zeit, die ich an der Schule verbrachte, war sehr schön und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte, ein ganzes Jahr in Thailand zu verbringen und Land und Leute kennen lernen zu dürfen.