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Unser Freundeskreis

Erlebnisbericht Marianne und Charlotte
marianne

Seit fünf Tagen waren wir, zwei Sozialpädagogikstudentinnen aus Süddeutschland, in Thailand unterwegs und hatten bisher hauptsächlich seine touristischen Seite erfahren. Das sollte sich mit dem Besuch in Mae Sai ändern. 

Esther, eine höchst engagierte Mitarbeiterin von "Hope for Life", holte uns nach einer anstrengenden Fahrt am Busbahnhof ab. Im Unterschied zu allen anderen Touristen waren wir nicht nach Mai Sai gekommen, um mit einem kurzen Grenzgang unser Visum zu verlängern, sondern um das Projekt "Hope for Life" kennen zu lernen und dazu ein paar Tage zu bleiben. 

Gleich am ersten Tag fuhren wir als "Beifahrerinnen" auf Rollern zum Childlife-Kinderdorf etwas außerhalb von Mae Sai. Wunderschön zwischen Reisfeldern gelegen, bietet es rund 80 Kindern ein Zuhause. Gerade vom Roller abgestiegen, hatten wir beide schon ein Kind an der Hand, das uns strahlend anlächelte. Die Mädchen zeigten uns ihren Schlafsaal, in dem etwa 20 Doppelbetten stehen - mehr nicht. Alles, was sie besitzen, liegt am Fußende ihres Bettes, weil sie keine Schränke haben. Privatsphäre gibt es hier keine. An den Wänden haben die Mädchen Poster aufgehängt, wie es auch deutsche Jugendliche tun.


Als wir zum Gemeinschaftsgebäude liefen, hielt im Hof ein schickes Auto, aus dem ein Thailänder ausstieg. Er lieferte einen großen Reissack als Spende ab. Seine Frau und seine Kinder blieben solange im Auto sitzen. Inzwischen hatten die Kinder begriffen, wie man mit unserer Digitalkamera fotografiert und es entstanden lustige Bilder.

Am nächsten Tag ermöglichte uns Esther einen kurzen Abstecher nach Burma/ Myanmar. Nachdem wir aufgeregt, aber ohne Probleme die Grenze passiert hatten, brachte uns ein Tuk-Tuk zum "House of Love". Auf dem Weg dorthin sprangen einige Kinder auf das Fahrzeug auf und ehe wir uns versahen, waren wir von einer quirligen Kinderschar umringt. Das "House of Love" befindet sich auf einem sehr schönen, idyllischen Grundstück. Die Schlafsäle waren einfach, aber liebevoll eingerichtet. Gekocht wird auf dem offenen Feuer, wie es fast überall in Burma üblich ist. In einem Gemeinschaftshaus finden u. a. Versammlungen und gemeinsame Programmpunkte statt. Dort haben die Kinder extra für uns mit Inbrunst ein Lied gesungen und ein kleines Theaterstück aufgeführt. Es war sehr rührend und ging uns ziemlich nahe, auch als sich die Kinder einzeln bei uns verabschiedeten.

Es war beeindruckend die Lebensfreude der Kinder zu erleben, trotz der schlimmen Erfahrungen, die sie schon gemacht haben. So hat z.B. ein inzwischen 7jähriges Zwillingspaar im "House of Love" ein Zuhause gefunden, nachdem es vom 2. bis 5. Lebensjahr auf der Straße gelebt hatten.
Voller Eindrücke verließen wir diesen hoffnungsspendenden Ort und schauten kurz in einer Wohngruppe für jugendliche Mädchen vorbei, dem "House of Hope". Dort werden sie von einem Ehepaar in familienähnlichen Strukturen betreut. Das Schicksal eines der Mädchen stimmte uns sehr nachdenklich: es konnte nach der Trennung der Eltern weder bei der Mutter noch beim Vater bleiben, weil beide eine(n) neuen LebenspartnerIn gefunden hatten und in dieser Konstellation kein Platz mehr für die Tochter war.

Am Nachmittag besuchten wir DEPDC, eine soziale Einrichtung, mit ähnlichen Zielen wie "Hope for Life", jedoch mit mehr internationaler Unterstützung. Hier beeindruckte uns das Engagement einer etwa 25jährigen Freiwilligen aus Kanada, die bereits seit eineinhalb Jahren dort arbeitet und thailändisch gelernt hat.

Den darauf folgenden Tag verbrachten wir mit einem Ausflug ans Goldenen Dreieck, der dank Esther und Cherry, einer Australierin, die uns die ganzen Tage über mütterlich umsorgt hat, zu einem ganz besonderen Erlebnis wurde. Und mit dem nächsten Morgen war bereits der Tag unserer Weiterreise angebrochen, die wir nach einem leckeren Brunch antraten. Der Abschied von Mai Sai und vor allem von Esther fiel uns sehr schwer. Diese vier Tage waren ein ebenso schönes wie einmaliges Erlebnis, bei dem wir Thailand von einer anderen Seite kennen lernen konnten. Dafür wollen wir uns noch mal bei Esther, Cherry und Thomas bedanken und hoffen, dass wir "Hope for Life" in Zukunft auf die ein oder andere Weise unterstützen können.

Charlotte und Marianne